DENKmal-Film Verhaag

Bertram Verhaag

Regisseur und Produzent

 

Geboren in Sosnowitz (Oberschlesien), Studium der Soziologie und Volkswirtschaft

Drei Jahre freie Mitarbeit im Stadtentwicklungsreferat München

Absolvent der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen

1976 Gründung der DENKmal-Film Produktion. Als Produzent, Autor und Regisseur machte er seither mehr als 120 Filme für Kino und Fernsehen.

Seit über 30 Jahren dreht Bertram Verhaag im Rahmen seiner eigenen Produktionsfirma DENKmal-Film Verhaag Dokumentarfilme. In drei Jahrzehnten entstanden etwa 120 Filme, darunter acht abendfüllende Kinoproduktionen. Konsequent, beharrlich und nachhaltig fühlt er sich als Produzent, Autor und Regisseur ausschließlich politischen, umweltpolitischen und sozialen Themen verpflichtet. Bertram Verhaag ist wahrscheinlich der mit den meisten Preisen ausgezeichnete deutsche Dokumentarfilmer.

Er konzentriert sich dabei auf Filme zur demokratischen Kultur und „Erziehung“ im weitesten Sinne. Indem er Menschen in den Mittelpunkt seiner Filme stellt und porträtiert, die sich bei gesellschaftlichen Fragen einmischen, hofft er, mit seinen Filmen anderen Mut zu machen. Niemand sollte sich ohnmächtig dem Dogma unterwerfen "da kann man sowieso nichts machen!"

Wegen der Nähe zur Oberpfalz entstanden in den 80er Jahren fünf Filme zum Thema Wackersdorf. Der bekannteste wurde „Spaltprozesse“, wobei der Titel nicht nur auf die Spaltung des Atomkerns hinweist, sondern vielmehr auf die Spaltung der Bevölkerung in Befürworter und Gegner der Atomanlagen.

Sein Film „Leben ausser Kontrolle“ (2004, 95 Min) wurde in wenigen Monaten zum Standardwerk über die Gentechnik. In einer Rundreise um den Erdball wird dem Zuschauer vor Augen geführt, dass es sich bei der Gentechnik in der Landwirtschaft nicht um eine Weiterentwicklung der konventionellen Züchtung, sondern um ein hochriskantes Unterfangen ohne demokratische Legitimation handelt. „Leben ausser Kontrolle“ ist seit acht Jahren ungebrochen ein DVD-„Renner“ und wird von Privatpersonen, Schulen, Jugendorganisationen, Bund Naturschutz und politischen Parteien als Informations- und Motivationsfilm eingesetzt. In Bayern und Österreich arbeiten Lehrer erfolgreich mit 3000 DVDs des Films inklusive pädagogischem Informations- und Schulmaterial.

Verhaags neuester Film zum Thema Gentechnik „Gekaufte Wahrheit – Gentechnik im Magnetfeld des Geldes“ (2010, 88 Min) lief 2011 mit großem Erfolg in den deutschen und österreichischen Kinos. „Gekaufte Wahrheit“ ist ein dokumentarischer Thriller über die Freiheit der Wissenschaft. Er zeigt exemplarisch das Schicksal von Wissenschaftlern, die im Bereich Gentechnik forschten und nach Veröffentlichung gentechnisch kritischer Artikel mit Rufmord und Entzug ihrer Forschungsmittel hart bestraft wurden – so wie Árpád Pusztai und Ignacio Chapela. Sie sind nur Beispiele für viele bedeutende Forscher, deren Karrieren ruiniert wurden. Aussagen von Wissenschaftlern belegen, dass 95% der Forscher im Bereich Gentechnik von der Industrie bezahlt werden. Die große Gefahr für Meinungsfreiheit und Demokratie ist offensichtlich. Kann die Öffentlichkeit – können wir alle – den Wissenschaftlern noch trauen?

Im Ganzen realisierte Verhaag in den vergangenen zehn Jahren neun Filme zum Thema Gentechnik. Da dieses Thema allein aber schwer erträglich ist, liegt ein zweiter Schwerpunkt in Verhaags Arbeit darin, dem Zuschauer Menschen nahe zu bringen, die sehr bewusst, ökologisch, ganzheitlich und nachhaltig Lebens-Mittel erzeugen, mit ihrem Tun Menschen zum Nachdenken anregen und zu eigenem Handeln ermuntern.Der bereits fünfte Film dieser Reihe ist „Der Bauer der das Gras wachsen hört“, ausgezeichnet mit neun Preisen, u.a. als „bester ökologischer Film 2010“.

Trotz Quotendruck kann man Dokumentarfilme über Kino und TV einem breiten Publikum zugänglich machen: indem man den Zuschauer nicht mit Informationen erschlägt, sondern mit den Protagonisten fühlen lässt. Viele internationale Auszeichnungen zeigen den Erfolg: allein für seine Filme zum Thema Gentechnik erhielt Verhaag 19 Preise – Dieses große Echo zeigt, dass man durch hohe filmische Qualität ein großes Publikum erreichen kann.

Bertram Verhaag erzeugt mit seinen Filmen Produkte, die einen hohen gemeinschaftlichen Nutzen für alle haben und ist somit im wahrsten Sinne ein „Social Business“. Er beteiligt sich an der „Bewegung“ unserer Gesellschaft hin zu mehr Menschlichkeit, Respekt vor der Natur und den Naturgesetzen, zu Nachhaltigkeit und Mut, sich einzumischen.

Schon seit den Anfängen versucht Verhaag immer mehrere Filme zu einem Themenbereich zu realisieren: z.B. Atomenergie und Demokratie: 5 Filme, Rassismus: 2 Filme, Gentechnik: 9 Filme, Gute nachhaltige Landwirtschaft: 8 Filme. Seine „Produkte“ trugen dazu bei, dass Wackersdorf geschlossen und ein Ende der Nutzung der Atomkraft greifbar wurde. Die Filme zum Thema Gentechnik ermutigten viele einzelne Menschen, in der Politik oder im Widerstand aktiv zu werden. „Leben ausser Kontrolle“ gab einen Anstoß zur Gründung von Zivilcourage und war und ist Grundstein und Rückgrat der (bald) flächendeckenden gentechnikfreien Regionen.

 

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